Lied des Tages
Die heutige Tour war kurz, um es auf den Punkt zu bringen.
Auf Grund der niedrigen Distanz bin ich heute morgen ein wenig später gestartet, und die Strecke war im wesentlichen genau wie erwartet. Die Straße folgte, mit einigen Brücken und zwei überraschend langen Tunneln, dem Verlauf des Sorachi Flusses. Das Wetter war wieder kooperativ, wenn auch bewölkter als gestern. Man konnte ziemlich gut erkennen wie im Laufe des Tales die umliegenden Berge nach und nach immer niedriger wurden, aber nie ganz verschwanden.
Das Highlight des Tages war definitiv Ashibetsu. Ein nicht allzu großer Ort, auf den Landkarten sehr unscheinbar, jedoch konnte man schon von weitem sehen, was diese Stadt ungewöhnlich machte. Eine riesige Buddha-Statue (Anscheinen Kannon, um genau zu sein) ragt auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, direkt neben einer Pagode, über der Stadt empor.
In dem Moment konnte ich natürlich nur kurz innehalten und ein paar Beweisfotos schießen, aber im Hotel angekommen hatte ich Zeit, ein Minimum an Nachforschungen anzustellen. Anscheinend ist diese Statue die zehntgrößte Statue der Welt (bei ihrer Einweihung war es die größte Statue weltweit), und ist tatsächlich nicht so alt wie man meinen sollte. Es war wohl Teil eines Tourismusprojektes in den 70ern, aber alle beteiligten Firmen sind Pleite, und das Gelände ist inzwischen praktisch verlassen. Nichtsdestotrotz hätte ich nie gedacht, das so ein versteckter Ort einmal so gewaltige Ambitionen bezüglich Tourismus hatte. Andererseits erinnert mich die Geschichte doch ein klein wenig an den Nürburgring in der Heimat.
Für die jenigen die es interessiert, hier gibt es mehr Infos in Englischer Sprache und Bilder vom inneren der Statue. Eigentlich schade, im Nachhinein hätte ich doch die Zeit gehabt, mir das ganze aus der Nähe anzuschauen.
Die restliche Strecke war im Vergleich dazu eher unspektakulär. Bei Ashibetsu ging es nochmal einen kleinen Hügel hoch, danach war es bis Takikawa wieder eben, jedoch wurden wieder Berge in der Distanz erkennbar, die letzten vor dem Meer. Ich erreichte meine Unterkunft bereits um 14:30, und auch wenn noch Zeit und Kraftreserven vorhanden waren, konnte ich nicht weiterziehen (1. war das Hotel schon gebucht, 2. gab es bis vor Sapporo keine Unterkünfte mit realistischen Preisen).
Morgen muss ich also die vollen 107 km bis Otaru wegstecken. Theoretisch sollte das machbar sein, da die Strecke zunächst parallel zu den Bergen weiter Flüssen folgt, und gegen Ende direkt an der Küste verläuft. Laut Wetterbericht soll es weitestgehend sonnig werden, mit beinahe sommerlichen Höchsttemperaturen von 7 Grad (hey, das ist eine ganze Ecke besser als 3 oder 4).
Takikawa selbst ist relativ groß, aber dafür sehr verschlafen. Der Tourismus findet eher in den Skigebieten im Osten (schon durchquert) oder Südwesten (kommt in ein paar Tagen) sowie Sapporo statt, dementsprechend ist hier (ohne größere Berge) praktisch nichts los, und die Angebote für Touristen wie mich sind eher begrenzt. Ich habe es geschafft, mir in einem kleinen Einheimischen Laden eine Portion Butadon zu besorgen, es war lecker, konnte aber nicht mit dem Original aus Obihiro mithalten (und Obihiro ist anscheinend wirklich die Hauptstadt des Butadon), dafür gab es mehr Beilagen. Jedes mal komme ich nicht drumherum, mich über die Absurdität der Situation zu amüsieren... hätte nie gedacht, dass ich in meinem Leben mal in versteckten Eckläden in den hintersten Winkeln Japans die einheimische Küche testen würde, aber so spielt das Leben.
Ansonsten wäre noch zu erwähnen, dass meine Hüfte seit gestern nicht wirklich besser geworden ist, aber zum Glück auch nicht schlimmer. Solange ich radle merke ich tatsächlich nichts, nur Gehen sieht jetzt etwas seltsam aus, und beim Anziehen von Schuhen und Socken fühle ich mich 70 Jahre über meiner Zeit. Ich denke mal, dass das Ganze sich nicht verschlimmert, solange ich nicht wieder brachiale Distanzen schieben muss, und mit bequemerem Schuhwerk und wärmeren Temperaturen wird es im Laufe der Zeit sicher abklingen. Doch bis das passiert muss ich unter anderem noch zwei 100+ km Etappen schaffen und das große Skigebiet hinter Sapporo durchfahren (Also nein, das waren heute nicht die letzten schneebedeckten Berge, da kommt noch eine Zugabe).
Hier noch das Video (die Statue kann man ab 2:48 in der Distanz sehen):
Sunday, March 26, 2017
Saturday, March 25, 2017
Tag 5: Bergsteiger
Lied des Tages
Heute war, vor allem im Vergleich zu den letzten Tagen, ziemlich ungewöhnlich. Einerseits musste ich mein Fahrrad insgesamt ca 20 km schieben, um 2 Gebirgsketten zu überwinden, und dementsprechend sind meine Gelenke im Moment so zerschlissen, dass ich kaum noch geradeaus laufen kann. Andererseits hatte ich schon sehr, sehr lantge nicht mehr so viel Spaß wie heute.
Der Tag ging auf Grund meiner gestrigen Übernachtungsmöglichkeit ein Stück hinter Shintoku los, das nächste Bisschen Zivilisation würde mich nach 30 km erwarten, Minamifurano um genau zu sein.
Direkt nach der ersten weitläufigeren Kurve ging es schon bergauf, ich habe gestern wohl die Ebenen vollständig ausgereizt. Nach einer weile beschloss ich vorerst zu schieben, um meine Kräfte aufzusparen. Das Wetter hätte nicht viel besser sein können, praktisch durchgehend Sonne, mit leichter Bewölkung zum Tagesende hin. Wind? Diesmal praktisch nicht vorhanden, mit Ausnahme der Gipfel natürlich. Nach 3 Stunden hatte ich die erste Bergkette erklommen, und konnte eine beeindruckende Aussicht auf meine bisher zurückgelegte Strecke genießen.
Danach folgte einer der Hauptgründe, warum ich Fahrrad fahre anstatt zu wandern: Jeden Meter, den es hoch geht, geht es irgendwann wieder runter. Die Abfahrt tat (mit Ausnahme des Windchill der an mir nagte) ausgesprochen gut, und nun sah man auch die zentralen Gipfel des Gebirges in der Mitte Hokkaidos.
Ich erreichte zügig Minamifurano und konnte meine Vorräte auffrischen und ein wenig Snacken. Während ich meine Sachen wieder zusammenräumte wurde ich von einer Frau mittleren Alters angesprochen. Sie dachte ich würde Hokkaido durchqueren wollen, und ich klärte sie (so gut ich eben konnte) über meine Pläne bezüglich Nagasaki auf. Sie informierte mich (so gut sie eben konnte) dass auf meiner Route ein weiterer Anstieg bevorstand. Es fielen die Schlagwörter "Sugoi!" "Ganbatte!" und zu guter letzt "Faito!". Tatsächlich war das nicht das erste mal, dass ich eine solche Konversation hatte.
Der nächste Anstieg folgte kurze Zeit später, und auch wenn es nicht ganz so hoch hinaus ging wie beim ersten mal, zog es sich doch hin, insbesondere da sich mein linkes Hüftgelenk seit dem ersten Anstieg deutlich bemerkbar machte. Es stellt sich heraus, dass man beim Schieben eines schwer beladenen Trekkingrads mit dicken Winterschuhen keine so gerade Körperhaltung hat.
Nach dem Anstieg folgte die obligatorische Abfahrt, und es ging geradeaus auf ein imposantes Bergmassiv zu. Kurz zuvor bog die Straße zum Glück ab, und man sah am Horizont schon das Ende dieser Berge.
Morgen werde ich (laut Plan) einem Fluss bis kurz vor die Mündung folgen, der Weg sollte also eben sein (und außerdem kürzer als heute).
In Furano angekommen testete ich natürlich sogleich die örtliche Küche (TripAdvisor sei an dieser Stelle gedankt). In dem kleinen aber feinen Laden, in dem ich mich wiederfand, gab es ausgesprochen leckere Flame Grilled Ribs, die mit den Worten "It's showtime" vor den Augen aller Gäste flambiert wurden. Ich für meinen Teil konnte zumindest den Chefkoch leicht beeindrucken, indem ich die beiden größten Fleischgerichte auf der Karte hintereinander verspeiste.
Das heiße Bad im Hotel tat sein übriges, und auch wenn es noch nicht ganz auf 100% ist, so fühlen sich meine Beine jetzt bedeutend besser an.
Jetzt noch ein wenig entspannen, und dann geht's auch schon ins Bett.
Zum Abschluss noch das Video, diesmal sogar mit Szenerie und Abfahrten:
Heute war, vor allem im Vergleich zu den letzten Tagen, ziemlich ungewöhnlich. Einerseits musste ich mein Fahrrad insgesamt ca 20 km schieben, um 2 Gebirgsketten zu überwinden, und dementsprechend sind meine Gelenke im Moment so zerschlissen, dass ich kaum noch geradeaus laufen kann. Andererseits hatte ich schon sehr, sehr lantge nicht mehr so viel Spaß wie heute.
Der Tag ging auf Grund meiner gestrigen Übernachtungsmöglichkeit ein Stück hinter Shintoku los, das nächste Bisschen Zivilisation würde mich nach 30 km erwarten, Minamifurano um genau zu sein.
Direkt nach der ersten weitläufigeren Kurve ging es schon bergauf, ich habe gestern wohl die Ebenen vollständig ausgereizt. Nach einer weile beschloss ich vorerst zu schieben, um meine Kräfte aufzusparen. Das Wetter hätte nicht viel besser sein können, praktisch durchgehend Sonne, mit leichter Bewölkung zum Tagesende hin. Wind? Diesmal praktisch nicht vorhanden, mit Ausnahme der Gipfel natürlich. Nach 3 Stunden hatte ich die erste Bergkette erklommen, und konnte eine beeindruckende Aussicht auf meine bisher zurückgelegte Strecke genießen.
Danach folgte einer der Hauptgründe, warum ich Fahrrad fahre anstatt zu wandern: Jeden Meter, den es hoch geht, geht es irgendwann wieder runter. Die Abfahrt tat (mit Ausnahme des Windchill der an mir nagte) ausgesprochen gut, und nun sah man auch die zentralen Gipfel des Gebirges in der Mitte Hokkaidos.
Ich erreichte zügig Minamifurano und konnte meine Vorräte auffrischen und ein wenig Snacken. Während ich meine Sachen wieder zusammenräumte wurde ich von einer Frau mittleren Alters angesprochen. Sie dachte ich würde Hokkaido durchqueren wollen, und ich klärte sie (so gut ich eben konnte) über meine Pläne bezüglich Nagasaki auf. Sie informierte mich (so gut sie eben konnte) dass auf meiner Route ein weiterer Anstieg bevorstand. Es fielen die Schlagwörter "Sugoi!" "Ganbatte!" und zu guter letzt "Faito!". Tatsächlich war das nicht das erste mal, dass ich eine solche Konversation hatte.
Der nächste Anstieg folgte kurze Zeit später, und auch wenn es nicht ganz so hoch hinaus ging wie beim ersten mal, zog es sich doch hin, insbesondere da sich mein linkes Hüftgelenk seit dem ersten Anstieg deutlich bemerkbar machte. Es stellt sich heraus, dass man beim Schieben eines schwer beladenen Trekkingrads mit dicken Winterschuhen keine so gerade Körperhaltung hat.
Nach dem Anstieg folgte die obligatorische Abfahrt, und es ging geradeaus auf ein imposantes Bergmassiv zu. Kurz zuvor bog die Straße zum Glück ab, und man sah am Horizont schon das Ende dieser Berge.
Morgen werde ich (laut Plan) einem Fluss bis kurz vor die Mündung folgen, der Weg sollte also eben sein (und außerdem kürzer als heute).
In Furano angekommen testete ich natürlich sogleich die örtliche Küche (TripAdvisor sei an dieser Stelle gedankt). In dem kleinen aber feinen Laden, in dem ich mich wiederfand, gab es ausgesprochen leckere Flame Grilled Ribs, die mit den Worten "It's showtime" vor den Augen aller Gäste flambiert wurden. Ich für meinen Teil konnte zumindest den Chefkoch leicht beeindrucken, indem ich die beiden größten Fleischgerichte auf der Karte hintereinander verspeiste.
Das heiße Bad im Hotel tat sein übriges, und auch wenn es noch nicht ganz auf 100% ist, so fühlen sich meine Beine jetzt bedeutend besser an.
Jetzt noch ein wenig entspannen, und dann geht's auch schon ins Bett.
Zum Abschluss noch das Video, diesmal sogar mit Szenerie und Abfahrten:
Friday, March 24, 2017
Tag 4: Fußgänger
Lied des Tages
Heute war... deutlich anstrengender als gedacht. Irgendwie zeichnet sich hier langsam ein Muster ab.
Es ging eigentlich recht vielversprechend in Obihiro los, das Hotel hatte ein super Frühstück und die Straßen waren praktisch Schneefrei und trocken.
Die Sonne schien, und nur am Horizont zeichneten sich Wolken über den immer näherkommenden Bergen ab. Der Weg aus der Stadt heraus ging ziemlich zügig, und die Straßen waren kontinuierlich eben. Zunächst hielt ich auf die Berge zu, aber kurz zuvor knickte die Straße nach rechts ab, um parallel zur Gebirgskette nach Norden zu verlaufen.
An und für sich waren die Bedingungen zum Fahrradfahren ideal, vor allem im Vergleich zu den letzten Tagen, mit einer Ausnahme...
Konstanter, massiver Gegenwind. Die grundlegende Windgeschwindigkeit schwankte zwischen 20 und 30 km/h, von Böen ganz zu schweigen. Das ganze wurde durch die ebene Landschaft und den Fakt, dass es weder Bebauung noch Bewaldung gab nur verschärft. Da es auf der gesamten Strecke keine Rastmöglichkeiten gab, musste ich wieder einmal mit meinen Vorräten haushalten. Man konnte insgesamt kaum Pausen zum Essen/Trinken/Kartenlesen machen, da beim stehenbleiben der Wind sofort die Wärme aus einem heraussaugt, und ohne Tankstellen oder sonstige Essgelegenheiten gab es keine Optionen, einmal verlorene Wärme wiederzugewinnen. Die Böen brachten mich mehrmals fast aus der Balance, und ich war teilweise gezwungen, abzusteigen und auf gerader Strecke zu schieben. Ironischerweise machte das aber unterm Strich keinen Unterschied, da ich grundsätzlich nur mit Schrittgeschwindigkeit vorankam.
Zwischenzeitlich fand ich mich zwischen 2 Hügeln wieder, und konnte kurz (im Stehen) rasten.
Meine erste warme Mahlzeit nach dem Frühstück (also praktisch mein Mittagessen) hatte ich erst gegen 16 Uhr, kurz vor meinem Ziel. Ich hätte nie damit gerechnet, 7 Stunden für 54 km zu brauchen, erst recht ohne nennenswerte Pausen, geschweige denn am Ende wieder so geschafft zu sein...
Meine heutige Unterkunft ist sehr angenehm, wenn auch leicht überteurt. Es handelt sich um eine Schaffarm, und dementsprechend gab es auch Schaffleisch zum Abendessen. Die Menschen hier sind wieder einmal enorm hilfsbereit, und ich konnte mir ein wenig Hilfe bei kommenden Schwierigkeiten zusichern.
Ich muss zugeben dass mir die Kargheit der Landschaft doch langsam zu schaffen macht. In den Ortschaften (wenn man den welche findet, was selten genug vorkommt) ist niemand auf der Straße, und zwischen Städten sind nur vereinzelte Farmen, bei denen es oft schwer ist abzuschätzen, welche verlassen sind und welche noch in Betrieb. Selbst was die Tierwelt angeht ist Ebbe, ich sehe am Tag vielleicht 5 Krähen, sonst kreucht und fleucht hier absolut nichts. Erinnert mich alles irgendwie an die Wüste, aber mit noch unangenehmeren Temperaturen. Schwer zu glauben, ich weiß. Aber die Menschen die man hier findet sind die nettesten überhaupt, kann es nicht oft genug sagen.
Die morgige Tour wird mit etwas über 70 km eine Ecke länger als die heutige, und die Landschaft wird diesmal definitiv gebirgig, potential für Ärger ist also genug da. Angeblich soll es jedoch weniger windig werden, und falls Schnee fällt, dann nur leicht. Ich fange jedoch langsam an, den Wetterberichten zu misstrauen.
Hier noch das Video des Tages:
Heute war... deutlich anstrengender als gedacht. Irgendwie zeichnet sich hier langsam ein Muster ab.
Es ging eigentlich recht vielversprechend in Obihiro los, das Hotel hatte ein super Frühstück und die Straßen waren praktisch Schneefrei und trocken.
Die Sonne schien, und nur am Horizont zeichneten sich Wolken über den immer näherkommenden Bergen ab. Der Weg aus der Stadt heraus ging ziemlich zügig, und die Straßen waren kontinuierlich eben. Zunächst hielt ich auf die Berge zu, aber kurz zuvor knickte die Straße nach rechts ab, um parallel zur Gebirgskette nach Norden zu verlaufen.
An und für sich waren die Bedingungen zum Fahrradfahren ideal, vor allem im Vergleich zu den letzten Tagen, mit einer Ausnahme...
Konstanter, massiver Gegenwind. Die grundlegende Windgeschwindigkeit schwankte zwischen 20 und 30 km/h, von Böen ganz zu schweigen. Das ganze wurde durch die ebene Landschaft und den Fakt, dass es weder Bebauung noch Bewaldung gab nur verschärft. Da es auf der gesamten Strecke keine Rastmöglichkeiten gab, musste ich wieder einmal mit meinen Vorräten haushalten. Man konnte insgesamt kaum Pausen zum Essen/Trinken/Kartenlesen machen, da beim stehenbleiben der Wind sofort die Wärme aus einem heraussaugt, und ohne Tankstellen oder sonstige Essgelegenheiten gab es keine Optionen, einmal verlorene Wärme wiederzugewinnen. Die Böen brachten mich mehrmals fast aus der Balance, und ich war teilweise gezwungen, abzusteigen und auf gerader Strecke zu schieben. Ironischerweise machte das aber unterm Strich keinen Unterschied, da ich grundsätzlich nur mit Schrittgeschwindigkeit vorankam.
Zwischenzeitlich fand ich mich zwischen 2 Hügeln wieder, und konnte kurz (im Stehen) rasten.
Meine erste warme Mahlzeit nach dem Frühstück (also praktisch mein Mittagessen) hatte ich erst gegen 16 Uhr, kurz vor meinem Ziel. Ich hätte nie damit gerechnet, 7 Stunden für 54 km zu brauchen, erst recht ohne nennenswerte Pausen, geschweige denn am Ende wieder so geschafft zu sein...
Meine heutige Unterkunft ist sehr angenehm, wenn auch leicht überteurt. Es handelt sich um eine Schaffarm, und dementsprechend gab es auch Schaffleisch zum Abendessen. Die Menschen hier sind wieder einmal enorm hilfsbereit, und ich konnte mir ein wenig Hilfe bei kommenden Schwierigkeiten zusichern.
Ich muss zugeben dass mir die Kargheit der Landschaft doch langsam zu schaffen macht. In den Ortschaften (wenn man den welche findet, was selten genug vorkommt) ist niemand auf der Straße, und zwischen Städten sind nur vereinzelte Farmen, bei denen es oft schwer ist abzuschätzen, welche verlassen sind und welche noch in Betrieb. Selbst was die Tierwelt angeht ist Ebbe, ich sehe am Tag vielleicht 5 Krähen, sonst kreucht und fleucht hier absolut nichts. Erinnert mich alles irgendwie an die Wüste, aber mit noch unangenehmeren Temperaturen. Schwer zu glauben, ich weiß. Aber die Menschen die man hier findet sind die nettesten überhaupt, kann es nicht oft genug sagen.
Die morgige Tour wird mit etwas über 70 km eine Ecke länger als die heutige, und die Landschaft wird diesmal definitiv gebirgig, potential für Ärger ist also genug da. Angeblich soll es jedoch weniger windig werden, und falls Schnee fällt, dann nur leicht. Ich fange jedoch langsam an, den Wetterberichten zu misstrauen.
Hier noch das Video des Tages:
Thursday, March 23, 2017
Tag 3: Härtetest
Lied des Tages
Der heutige Tag ging nicht ganz optimal los. Ich stehe auf, schaue aus dem Fenster und sehe: Es schneit schon wieder. Zum Glück war es nur leicht, und hat kurz nach 8 aufgehört, meine Fahrt wurde also nur leicht verzögert.
Kushiro hat sich seit gestern nicht besonders verändert, immernoch nasse Straßen voller Schneematsch. Das Wetter verbesserte sich jedoch stetig, und als ich die (überraschend weitläufige) Stadt verließ, sah man sogar etwas blau am Himmel.
Mein Weg folgte zunächst der Küste (gespickt von erschreckend vielen Tsunami-Warnschildern), wobei es nach 50 km stetig ins Landesinnere ging. Hier gingen die Probleme los. Der Himmel zog sich zu, und was zunächst als leichter Schneefall begann verschärfte sich immer weiter, bis die Sichtweite auf ca 200 m reduziert war. Zusätzlich zu dem Mangel an Sonne und der leichten Durchnässung durch den Schnee führte das verlangsamte vorankommen (es ging ordentlich bergauf) zu einem überraschend starken Wärmeverlust. Selbst alle Zwiebelschichten meiner Kleidung zu verwenden konnte dem nur kurzfristig Widerstand leisten. Stehenbleiben war jedoch keine wirkliche Option, da es keine effizientere Möglichkeit gibt, vollständig auszukühlen weswegen ich heute wengier Pausen zum Essen und keine Zwischenstops für Fotos gemacht habe, sorry... (Aber es gibt genug Videomaterial)
Nach 2 Hügeln war ich anscheinend in einer anderen Wetterzone, den der Schnee war plötzlich weg und die Sonne kam raus. Trotz leichtem frieren und hügeliger Landschaft ließ es sich so erstaunlich gut fahren.
Nach einiger Zeit ließen die Hügel nach (die Sonne blieb aber), doch stattdessen wehte nun ein überraschend starker Gegenwind. Da meine Klamotten von außen (Schnee) und von innen (Schweiß) leicht angefeuchtet waren, war der Effekt deutlich spürbar, man konnte aber noch voran kommen, wenn auch langsam. Und da sind wir am Problem... die heutige Strecke war mit 120 km vergleichsweise recht happig angesetzt, in Amerika (im Sommer) war das jedoch mein täglicher Durchschnitt. Hier sorgte mein verlangsamtes Vorankommen (und die Rückkehr der Hügel, inzwischen mit Bergen im Hintergrund) dafür, dass ich um 17 uhr immernoch ein ganzes Stück von Obihiro entfernt war. Die Schatten wurden immer länger, und gegen halb 6 verschwand die Sonne entgültig hinter den Hügeln, während erneut Wolken aufzogen. Ich war inzwischen auf Schieben reduziert, da ich nicht mehr die Energie hatte, die Hügel hochzufahren, und ohne die Sonne und schnelle Bewegung fiel meine Körperwärme nur noch schneller. 20 km vor Obihiro wurden meine Füße bedenklich taub, und ich beschloss (schon wieder...) fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich winkte einen Pritschenwagen an, und als der Fahrer mir mitteilte, dass er auch nach Obihiro fährt, lud ich mein Fahrrad auf. Er brachte mich bis ans Hotel und verweigerte jegliche Kompensierung... Das Land mag vielleicht kalt sein, aber die Leute... so viel Hilfsbereitschaft habe ich selten erlebt.
Im Hotel angekommen wärmte ich mich erstmal auf und ging kurze Zeit später in die Stadt, um mir die erste richtige warme Mahlzeit des Tages zu gönnen. Laut Tripadvisor gab es um die Ecke einen beeindruckend guten Butadon-Laden, und den habe ich natürlich sofort getestet.
Ergebnis: Es wird dem Ruf gerecht!
Danach testete ich noch das im Hotel verfügbare Onsen, und auch wenn es nicht gerade riesig war bin ich dennoch begeistert. Werde mich in Zukunft definitiv aktiver nach sowas umschauen (und nein, davon gibt's keine Fotos, sorry Leute).
Ich habe mich also ziemlich gut von diesem anstrengenden Tag erholen können, und sollte fit genug sein um morgen die deutlich kürzere Strecke nach Shintoku zu schaffen. Im allgemeinen sind die nächsten paar Strecken alle unter 100 km, ich sollte also hoffentlich ohne fremde Hilfe zurecht kommen (solange das Wetter mitspielt), ich will ja schließlich nicht die Grenzen der Gastfreundlichkeit hier ausloten.
Abschließende Gedanken: Wenn man daran zurück denkt, dass ich in der Mojave-Wüste fast 170 km geschafft habe, und heute bei 100 km aufgeben musste... Ich glaube die Sarden-Gene haben bei mir eindeutig stärker durchgeschlagen, was auch immer das zu bedeuten hat.
Zu guter Letzt hier noch die Zusammenfassung:
Der heutige Tag ging nicht ganz optimal los. Ich stehe auf, schaue aus dem Fenster und sehe: Es schneit schon wieder. Zum Glück war es nur leicht, und hat kurz nach 8 aufgehört, meine Fahrt wurde also nur leicht verzögert.
Kushiro hat sich seit gestern nicht besonders verändert, immernoch nasse Straßen voller Schneematsch. Das Wetter verbesserte sich jedoch stetig, und als ich die (überraschend weitläufige) Stadt verließ, sah man sogar etwas blau am Himmel.
Mein Weg folgte zunächst der Küste (gespickt von erschreckend vielen Tsunami-Warnschildern), wobei es nach 50 km stetig ins Landesinnere ging. Hier gingen die Probleme los. Der Himmel zog sich zu, und was zunächst als leichter Schneefall begann verschärfte sich immer weiter, bis die Sichtweite auf ca 200 m reduziert war. Zusätzlich zu dem Mangel an Sonne und der leichten Durchnässung durch den Schnee führte das verlangsamte vorankommen (es ging ordentlich bergauf) zu einem überraschend starken Wärmeverlust. Selbst alle Zwiebelschichten meiner Kleidung zu verwenden konnte dem nur kurzfristig Widerstand leisten. Stehenbleiben war jedoch keine wirkliche Option, da es keine effizientere Möglichkeit gibt, vollständig auszukühlen weswegen ich heute wengier Pausen zum Essen und keine Zwischenstops für Fotos gemacht habe, sorry... (Aber es gibt genug Videomaterial)
Nach 2 Hügeln war ich anscheinend in einer anderen Wetterzone, den der Schnee war plötzlich weg und die Sonne kam raus. Trotz leichtem frieren und hügeliger Landschaft ließ es sich so erstaunlich gut fahren.
Nach einiger Zeit ließen die Hügel nach (die Sonne blieb aber), doch stattdessen wehte nun ein überraschend starker Gegenwind. Da meine Klamotten von außen (Schnee) und von innen (Schweiß) leicht angefeuchtet waren, war der Effekt deutlich spürbar, man konnte aber noch voran kommen, wenn auch langsam. Und da sind wir am Problem... die heutige Strecke war mit 120 km vergleichsweise recht happig angesetzt, in Amerika (im Sommer) war das jedoch mein täglicher Durchschnitt. Hier sorgte mein verlangsamtes Vorankommen (und die Rückkehr der Hügel, inzwischen mit Bergen im Hintergrund) dafür, dass ich um 17 uhr immernoch ein ganzes Stück von Obihiro entfernt war. Die Schatten wurden immer länger, und gegen halb 6 verschwand die Sonne entgültig hinter den Hügeln, während erneut Wolken aufzogen. Ich war inzwischen auf Schieben reduziert, da ich nicht mehr die Energie hatte, die Hügel hochzufahren, und ohne die Sonne und schnelle Bewegung fiel meine Körperwärme nur noch schneller. 20 km vor Obihiro wurden meine Füße bedenklich taub, und ich beschloss (schon wieder...) fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich winkte einen Pritschenwagen an, und als der Fahrer mir mitteilte, dass er auch nach Obihiro fährt, lud ich mein Fahrrad auf. Er brachte mich bis ans Hotel und verweigerte jegliche Kompensierung... Das Land mag vielleicht kalt sein, aber die Leute... so viel Hilfsbereitschaft habe ich selten erlebt.
Im Hotel angekommen wärmte ich mich erstmal auf und ging kurze Zeit später in die Stadt, um mir die erste richtige warme Mahlzeit des Tages zu gönnen. Laut Tripadvisor gab es um die Ecke einen beeindruckend guten Butadon-Laden, und den habe ich natürlich sofort getestet.
Ergebnis: Es wird dem Ruf gerecht!
Danach testete ich noch das im Hotel verfügbare Onsen, und auch wenn es nicht gerade riesig war bin ich dennoch begeistert. Werde mich in Zukunft definitiv aktiver nach sowas umschauen (und nein, davon gibt's keine Fotos, sorry Leute).
Ich habe mich also ziemlich gut von diesem anstrengenden Tag erholen können, und sollte fit genug sein um morgen die deutlich kürzere Strecke nach Shintoku zu schaffen. Im allgemeinen sind die nächsten paar Strecken alle unter 100 km, ich sollte also hoffentlich ohne fremde Hilfe zurecht kommen (solange das Wetter mitspielt), ich will ja schließlich nicht die Grenzen der Gastfreundlichkeit hier ausloten.
Abschließende Gedanken: Wenn man daran zurück denkt, dass ich in der Mojave-Wüste fast 170 km geschafft habe, und heute bei 100 km aufgeben musste... Ich glaube die Sarden-Gene haben bei mir eindeutig stärker durchgeschlagen, was auch immer das zu bedeuten hat.
Zu guter Letzt hier noch die Zusammenfassung:
Wednesday, March 22, 2017
Tag 2: Eingeschneit
Heute war der Tag, an dem die Reise wirklich losging... soweit die Theorie. Praktisch bin ich aufgewacht, habe aus dem Fenster geschaut und folgendes gesehen:
Schnee, und zwar eine Menge, und es fiel immer weiter. Laut verschiedener Wetter-Apps waren zwischen 2 und 6 cm angekündigt. Um 7 Uhr lagen schon weit über 10, und es wurde nicht besser. Die Leiterin der Pension ging schon davon aus, dass ich den Tag im Haus verbringen würde, jedoch habe ich (da die Auswahl an Rastpunkten in Hokkaido extrem beschrenkt ist) bereits für die nächsten Tage Unterkünfte gebucht, sodass ich wohl oder übel aufbrechen musste. Dies schien bei dem Wetter jedoch so gut wie unmöglich.
Mir wurde ein Bus nach Kushiro nahegelegt, und die Möglichkeit, mein Fahrrad mit dem Wagen der Leiterin zur (etwas weiter entfernten) Haltestelle geliefert zu bekommen. Schweren Herzens sagte ich zu. In allen meinen bisherigen Reisen musste ich noch nie eine Tagestour überbrücken, und hier passiert es direkt am ersten Tag... Hokkaido hats echt in sich.
Trotz meiner etwas beschränkten Kommunikationsfähigkeiten gelang es dann, ein Ticket zu holen und den Bus mit dem Fahrrad zu beladen. Wir hatten inzwischen schon 10:40 Uhr, und der Schneefall hat in der Zwischenzeit nicht nachgelassen, sondern sogar leicht an Intensität gewonnen.
Ich habe versucht mir während der Fahrt ein Bild von den Straßenverhältnissen zu machen, um einschätzen zu können wie weit ich im Falle eines Falles hätte kommen können. Letztendlich bin ich mir immernoch nicht sicher, aber ein paar Dinge sind mir schon aufgefallen. Innerhalb der Ortschaften gibt es absurd hohe Anzahlen an Räum- und Geländefahrzeugen, die die Straßen zumindest relativ frei gehalten haben. In den Fahrrillen hätte ich Innerorts voran kommen können. Außerorts war es meistens ähnlich, in manchen Streckenabschnitten war die Straße jedoch wirklich komplett zugeschneit. In den Momenten war aber auch meist ein Räumfahrzeug nicht weit. Das Gelände war hügelig, aber alles im Bereich des Möglichen.
An und für sich wäre das also machbar gewesen, wenn auch sehr langsam... Zumindest wenn das alles gewesen wäre. Der Schneefall hat sich bis knapp 13 Uhr gehalten, und zwischen Nakashibetsu und Kushiro gab es keine Möglichkeiten zur Rast. Mit anderen Worten: Der Schnee hätte mich trotz Winterklamotten doch früher oder später durchnässt, und da es keine wirklichen Möglichkeiten zum Ausruhen oder Aufwärmen gab, wären die 90 km vielleicht doch sehr haarig geworden. Das ist jedoch alles hypothetisch...
Der Bus hatte gegen 13 Uhr ziemlich im Zentrum von Kushiro Endstation. Ich hatte noch etwas mehr Zeit als gedacht., also entschied ich mich, eine kleine Tragbare Festplatte zu holen, da die Fotos und Videos schon recht schnell am Speicher meines kleinen Netbooks nagten (selbstverständlich habe ich eine tragbare Festplatte mitgenommen, aber die hat natürlich den Geist aufgegeben). Also ging es erstmal durch die verschneite Stadt (die übrigens deutlich weniger ausgestorben ist als Nakashibetsu) zu einem Elektronikgeschäft, dann in die entgegengesetzte Richtung zum Hotel, insgesamt fast 10 km. Nachdem der Schneefall aufgehört hat, kam inzwischen sogar die Sonne raus. An und für sich angenehm, aber nun standen die Straßen praktisch unter Wasser. Auch wenn ich dank meiner guten Schuhe fast nichts von meinen nassen Füßen gemerkt habe... ich habe es doch gemerkt. Das Hotel ist tatsächlich überraschend edel, trotz vergleichsweise günstigen Tarifen. Es ist wohl einfach nicht Saison hier schätze ich.
Im Hotel musste ich schnell feststellen, dass die neue Festplatte auch nicht funktioniert... Also nochmal in den Sattel, wieder zum Elektrogeschäft, Situation erklärt, Adapter bekommen der das Problem (so gut wie) löst, und wieder zurück.
Nach einem (im Vergleich zu gestern) etwas kleinerem Abendessen bin ich so gut wie vorbereitet für die Fahrt morgen, 120 km nach Obihiro. Angeblich soll das Wetter besser sein als heute. Wenig bis gar kein Schnee, Temperaturen im postiven Bereich, wenig Wind. Dafür wird die Landschaft gebirgiger. Ich werde morgen sehen was genau dahinter steckt, aber bis dahin hier nochmal die Zusammenfassung:
Tuesday, March 21, 2017
Tag 1: Vielflieger
Lied des Tages
Leider gab es diesmal einen etwas längeren Gap zwischen den Posts, was daran liegt dass ich seit dem letzten Eintrag knapp 27 Stunden in Flughäfen und Fliegern verbracht habe.
Es ging planmäßig um 7:25 von Frankfurt nach London, wo ich etwas verspätet auch ordentlich frühstücken konnte.
Jetzt bin ich nach einem ausgiebigen Abendessen kaputt genug, um hoffentlich ohne größeren Jetlag bald einschlafen zu können.
Die morgige Etappe führt nach Kushiro und ist mit 90 km etwas happiger angelegt, wenn auch unter meinem eigentlichen Schnitt. Bei den Konditionen hier ist es aber sicherer, erstmal kleinere Brötchen zu backen.
Leider gab es diesmal einen etwas längeren Gap zwischen den Posts, was daran liegt dass ich seit dem letzten Eintrag knapp 27 Stunden in Flughäfen und Fliegern verbracht habe.
Es ging planmäßig um 7:25 von Frankfurt nach London, wo ich etwas verspätet auch ordentlich frühstücken konnte.
Nach ein 2 kurzen Stunden Wartezeit ging es dann weiter in den 12 Stunden (Plus 8 Stunden Zeitverschiebung) Flug nach Tokio. Die Zeit habe ich mit dem Bordkino totgeschlagen (Arrival, Moana, La La Land), aber beim dritten Film schlief ich für den Rest der Reise ein.
Da es in Tokio einen Fliglinienwechsel gab und dies mein erster Aufenthalt in Japan war, musste ich erstmal meine Koffer abholen, öffnen und wieder einchecken. Bei 4 Stunden Aufenthalt ging das aber auch recht geschmeidig. Danach kam der letzte Flieger, von Tokio nach Nakashibetsu, den Osten von Hokkaido. Der Flieger war klein und alles andere als voll, aber dennoch waren es mehr Passagiere als ich erwartet hätte.
Der Flughafen Nakashibetsu war genau wie ich es erwartet hatte: Umgeben von Schnee und ziemlich winzig (1 Landebahn). Dankbarerwesie unterstützte mich die hiesige Informationsfrau Tatkräftig beim Zusammenbau meines Drahtesels. Im großen und ganzen hat das auch wunderbar geklappt, jedoch eiert mein Vorderrat ein klein wenig. Mehrmaliges aufpusten hat den Effekt zwar minimiert, aber ein bisschen merkt man es immernoch (wenn man genau drauf achtet). Die Vorderbremsen ein klein wenig weiterzustellen hat das Problem aber praktisch irrelevant gemacht. Mein Verdacht wäre, dass der Reifen (alt) sich schon auf mein altes Vorderrad eingefahren hat, und da dieses vor der Reise ersetzt wurde, ist die Anpassung asynchron. Theoretisch sollte sich dadurch der Verschleiß ein wenig erhöhen, der Effekt sollte aber vernachlässigbar sein, wenn sich der Reifen nicht sogar doch mit der Zeit anpasst. Falls es jedoch schlimmer wird, sollte es mindestens bis Sapporo halten, voher könnte es schwierig werden, brauchbaren Ersatz zu finden.
Die Reise zur heutigen Unterkunft (mit Umweg zum nahegelegenen Seven Eleven) verlief abgsehen von kalten Finger- und Zehenspitzen ohne Probleme, aber davon könnt ihr euch auch selbst überzeugen:
Jetzt bin ich nach einem ausgiebigen Abendessen kaputt genug, um hoffentlich ohne größeren Jetlag bald einschlafen zu können.
Die morgige Etappe führt nach Kushiro und ist mit 90 km etwas happiger angelegt, wenn auch unter meinem eigentlichen Schnitt. Bei den Konditionen hier ist es aber sicherer, erstmal kleinere Brötchen zu backen.
Sunday, March 19, 2017
Tag 0: Here we go again
Lied des Tages
Es ist wieder soweit... Seit der letzten Tour ist schon eine ganze Weile vergangen, und dennoch war die Vorbereitung diesmal recht kurzfristig. So oder so, nachdem ich vor 10 Jahren (ich fühle mich alt) das erste Mal mit dem Fahrrad verreist bin, breche ich in ein paar Stunden zu meiner inzwischen siebten Reise auf.
Als kurzer Abriss: Diesmal führt die Reise quer durch Japan, beginnend im Nordosten, genauer gesagt Nakashibetsu im Osten von Hokkaido. Von dort geht die Reise westwärts, durch winterliche Berglandschaften im Zickzack nach Sapporo. Ab dem Punkt wird praktisch südlich abgeknickt und stramm in Richtung Tokio gehalten, passend zur Kirschblütensaison. Dann geht's westwärts nach Kyoto und Osaka, dann leicht südwestlich durch die letzten beiden der vier Hauptinseln, bis hin nach Nagasaki.
Soweit die Theorie, mal sehen wie weit ich am Ende wirklich komme, und welche der Ortschaften ich wegen unerwarteten Geschichten doch umfahre.
Was ich jetzt schon sagen kann, ist dass mich zum Start in Hokkaido Berge, Schnee und Höchsttemperaturen von 0 Grad erwarten, und die Tour erstmal durch einige Skigebiete (die momentan Saison haben) führt. Also, nachdem ich mich letztes mal über die Temperaturen in der Wüste beschwert habe, bekomme ich jetzt meine Quittung und darf mir erstmal den Hintern abfrieren.
Gegen Ende April in Nagasaki sollte ich jedoch Strände und Temperaturen von 20 Grad mitnehmen, und auf dem Weg dorthin eine Menge Kirschblüten.
Das Ganze setzt nur voraus, dass ich den Winter am Anfang überwunden bekomme.
All das und noch mehr wird wieder einmal täglich in diesem Blog festgehalten.
Versuchen wir's mal!
Es ist wieder soweit... Seit der letzten Tour ist schon eine ganze Weile vergangen, und dennoch war die Vorbereitung diesmal recht kurzfristig. So oder so, nachdem ich vor 10 Jahren (ich fühle mich alt) das erste Mal mit dem Fahrrad verreist bin, breche ich in ein paar Stunden zu meiner inzwischen siebten Reise auf.
Als kurzer Abriss: Diesmal führt die Reise quer durch Japan, beginnend im Nordosten, genauer gesagt Nakashibetsu im Osten von Hokkaido. Von dort geht die Reise westwärts, durch winterliche Berglandschaften im Zickzack nach Sapporo. Ab dem Punkt wird praktisch südlich abgeknickt und stramm in Richtung Tokio gehalten, passend zur Kirschblütensaison. Dann geht's westwärts nach Kyoto und Osaka, dann leicht südwestlich durch die letzten beiden der vier Hauptinseln, bis hin nach Nagasaki.
Soweit die Theorie, mal sehen wie weit ich am Ende wirklich komme, und welche der Ortschaften ich wegen unerwarteten Geschichten doch umfahre.
Was ich jetzt schon sagen kann, ist dass mich zum Start in Hokkaido Berge, Schnee und Höchsttemperaturen von 0 Grad erwarten, und die Tour erstmal durch einige Skigebiete (die momentan Saison haben) führt. Also, nachdem ich mich letztes mal über die Temperaturen in der Wüste beschwert habe, bekomme ich jetzt meine Quittung und darf mir erstmal den Hintern abfrieren.
Gegen Ende April in Nagasaki sollte ich jedoch Strände und Temperaturen von 20 Grad mitnehmen, und auf dem Weg dorthin eine Menge Kirschblüten.
Das Ganze setzt nur voraus, dass ich den Winter am Anfang überwunden bekomme.
All das und noch mehr wird wieder einmal täglich in diesem Blog festgehalten.
Versuchen wir's mal!
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