Friday, October 2, 2026

Tag 8: Aufbruchstimmung

Heute war der letzte Tag auf Sardinien, es ging von Bosa über Alghero nach Porto Torres, und dort auf eine Fähre Richtung Festland. 

Da ich diesmal also ein Zeitlimit hatte und für potentielle Problemen wie platte Reifen genug Puffer haben wollte, startete ich um 7:30 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang. Davon war wegen der Wolkendecke jedoch nicht allzu viel zu sehen.

Die Strecke nach Alghero war eine äußerst hügelige Küstenstraße, ohne Orte oder mögliche Zwischenstops. Der erste richtige Hügel war direkt der höchste, was mich durch den Mangel an Frühstück heute aber stärker ausbremste als erwartet. 

Dadurch wiederum kam ich mit einer Gruppe von drei radwandernden Senioren in Kontakt, die ich bis zum Mittagessen in Alghero begleitete. Allgemein habe ich heute, zwischen Bosa und Alghero mehr Radwanderer gesehen als an jedem anderen Tag der Reise. Zusätzlich kamen uns jede Menge Enten (die Autos, nicht die Tiere) und einige Sportwagen entgegen. 

Die Hügel wurden nach Alghero hin immer kleiner, sodass ich um kurz vor 1 Uhr in der Stadt war. Nach einem Schlenker durch die Altstadt gab es zum Mittagessen eine Focaccia oder zwei in der örtlichen Focacceria des Vertrauens, von der ich auch meine australischen Begleiter überzeugen konnte. Direkt vor uns war auch der Grund für die vielen Autofahrer: Vom 1. bis 4. August findet in und um Alghero eine große Rallye statt.

Nach einem leckeren Essen und ein paar guten Gesprächen ging es gegen 14 Uhr weiter Richtung Porto Torres. Uch folgte der SP42 landinwärts direkt nach Norden. Zum Glück war der Weg ab hier praktisch flach, und ich erreichte Porto Torres kurz nach 16 Uhr. Ich sah bereits das Schiff (und wie es beladen wurde), musste aber vorher noch meine Vorräte für morgen auffrischen, da sowohl Wasser als auch Müsliriegel mir inzwischen praktisch ausgegangen waren. Es ging also kurz durch die Innenstadt zum nächstgelegenen Lidl, danach machte ich kehrt und checkte gegen 17 Uhr für das Schiff ein.

Dummerweise konnte ich aber (im Gegensatz zu den Frachttransporten) noch nicht an Bord. Die gute Stunde Wartezeit konnte ich aber gut zur Nach- und Vorbereitung nutzen.

Da das Schiff um 20:30 Uhr ablegt, wird ein Teil des Blogs (vor allem das Video) morgen nachgereicht.


Und so endet diesmal die Zeit auf Sardinien.  Ab morgen bin ich auf dem Festland und die zweite Hälfte der Reise beginnt. In jedem Fall wird es einen Szenenwechsel geben, dabei habe ich mich ganz gut an das Klima und die Gegebenheiten hier gewohnt. Morgen geht es dann ab Genua weiter, das vorläufige Ziel ist Castelnuovo Scrivia.

Thursday, October 1, 2026

Tag 7: Bunte Stadt mit Meer

Woods



Heute ging es auf nach Bosa, mit Oristano und Cuglieri als Zwischenstops. Das Wetter war bedeckt, klärte mittags auf, zog sich zum Nachmittag hin aber wieder zu. Diesmal war (zumindest in der ersten Hälfte des Tages) der Weg sowohl flach als auch geteert, wodurch ich ausgesprochen zügig voran kam.

Ich erreichte Oristano bereits am Vormittag (kurz vorm Ortseingang war ein großes Gestüt). 

Danach ging es über Nurachi und Riola Sardo weiter in Richtung Nordwesten, bis ich bei S'Archittu wieder ans Meer kam. Inzwischen ließ sich auch die Sonne blicken. Ich fand einen zerstörten Wachturm am Meer, den ich mir spontan zu Fuß etwas näher anschaute.


Ab jetzt ging es aber nach Nord-Nordosten, ins Inland Richtung Cuglieri. Hier begann der anstrengende Teil des Tages, denn erstmal ging es eine ganze Weile bergauf. Nach einer Weile kam Cuglieri in Sicht, die Basilika hoch auf dem Hügel stach sehr hervor. 



Ich war gut in der Zeit, also beschloss ich, kurzfristig auch Cuglierizu erkunden, anstatt einfach daran vorbei zu fahren. Einige Höhenmeter später war ich im Ort, konnte aber wegen der dichten Bebauung nicht wirklich die Aussicht genießen. 

Zumindest ging es von dort an fast komplett bergab, bis ich schließlich die Altstadt von Bosa erreichte.

Nach einem kurzen Einkauf und etwas Nachbereitung ging es zurück in die Innenstadt, ich hatte große Lust auf Burger und hier gab es einen guten Laden dafür. Dummerweise war dieser zu, trotz gegensätzlicher Informationen im Internet. Allgemein haben viele Restaurants hier Donnerstags Ruhetag, wer hätte es gedacht? Ich fand ein offenes Restaurant und riskierte es notgedrungen, Meeresfrüchte zu bestellen, anstatt schon wieder auf Pizza auszuweichen. 

Morgen geht es weiter nach Porto Torres, von da dann per Fähre aufs Festland. Bis Alghero gibt es aber keinen Zwischenstop, zum Glück habe ich genug Wasser dabei.




Wednesday, September 30, 2026

Tag 6: Stadt-/Landflucht

Long Journey Home



Heute begann die wahre Heimreise, ab jetzt bewege ich mich stetig zurück nach Hause. Es war eine kürzere Etappe, zunächst ging es aus Cagliari (der Hauptstadt Sardiniens) hinaus ins Inland, zum kleinen Örtchen Uras.

Ich muss gestehen, dass ich heute etwas angeschlagen war, daher kam mir die kurze Etappe sehr recht. Diesmal bestand so oder so auch keine realistische Möglichkeit für extra Umwege. Das Wetter war wie die letzten Tage klar, warm und leicht bewölkt, das Gelände diesmal praktisch durchgehend flach.

Der Start in der Stadt war ziemlich hektisch, durch den Berufsverkehr waren die Straßen ausgesprochen voll. Zudem waren die größten, direktesten Straßen aus der Stadt nicht gerade fahrradfreundlich, also arbeitete ich mich eher im Zickzack-Kurs einen Weg raus.

Ab Sestu wurde es sehr schnell sehr ländlich. Es gab zwei Schnellstraßen, welche grob in die richtige Richtung führten, aber von Fahrradverboten abgesehen machten beide jeweils ziemliche Schlenker nach links oder rechts. Für mich ging es daher gerade mittig durch, was viele Feldwege bedeutete.

Ich erreichte San Sperate, mit seiner alten Kirche, und bemerkte, dass ich recht oft Düsenjets hörte.

Kurze Zeit später wurde mir klar warum: ich befand mich praktisch direkt neben dem Rollfeld des Militärflughafens Decimomannu, und es fand offenbar eine Übung statt. Alle paar Sekunden startete der nächste Jet. Ich konnte ein paar F-35 (schräge doppelte Heckleitwerke) und M-346 (Treibstoffsonde vorne am Cockpit) erkennen. 


Allgemein war recht viel Gewusel am Himmel, aber nach der kurzen Planespotting-Exkursion ging es zügig weiter. Allgemein war die Umgebung von Landwirtschaft geprägt, viele Felder wurden aktiv bebaut, aber für jedes genutzte Feld lagen gefühlt zwei weitere brach. Das gekoppelt mit dem Mangel an Menschen sowie Autos bot einen scharfen Kontrast zum Morgen in Cagliari.


Der Weg führte über Serramanna nach San Gavino Monreale, wo ich kurz einkaufen und eine paar Chicken Wings als kleines Mittagessen zu mir nehmen konnte. 

Es ging weiterhin oft aus Feldwegen voran, oft voll mit spitzen Steinen. Wenn das so weitergeht, muss ich mir langsam Sorgen um meine Reifen machen. Immerhin bot das Castello Monreale in der Ferne einen schönen Anblick. 


Kurz vor Uras schloss die Weg auf die E25 auf. Dies ist ebenfalls eine ausgebaute Schnellstraße, aber es gab kleine Parallelstraßen direkt daneben, die sogar geteert waren, somit ging das letzte Stück schnell vorbei und ich war bereits um halb 4 am Ziel. Ich kann die längere Pause heute ganz gut gebrauchen. Im Ort gab es nur einen Supermarkt, etwas über einen Kilometer entfernt, also nutzte ich die Zeit und machte einen Spaziergang dorthin. Jedoch hatte der Laden Mittwochs grundlegend geschlossen, also gab es das Wasser nur vom 24h Kiosk. Zum Abendessen wollte ich in ein empfohlenes Restaurant gehen, doch auch dort war die Küche (mittwochs) geschlossen. Eine gute Pizzeria hatte jedoch offen, und so kam ich doch noch zu meinem Abendessen. 

Morgen ist das Ziel Bosa, aber erstmal wird Oristano angesteuert. Die E25 läuft gerade wie die Luftlinie darauf zu, aber ich muss mich weiterhin auf die kleinen Nebenstraßen verlassen. Zumindest heute habe ich damit schon gute Erfahrungen gemacht.



Tuesday, September 29, 2026

Tag 5: Kehrtwende

Leftherian Archipelago



Heute ging es nach Cagliari, dem ursprünglich geplanten Startpunkt der Reise. Die Route selbst musste ich tatsächlich etwas umplanen. Zuerst war der Gedanke, weiter auf dem Zweig der SS125 zu bleiben, welche ungefähr dem Küstenverlauf folgt.

Dies ist jedoch die SS125VAR, also eine Schnellstraße, was nicht in Frage kommt. Zusätzlich beinhaltet die Strecke wieder einen längeren Tunnel, was nicht gerade für tolle Panoramas sorgt. 

Die alte SS125 wäre zulässig, führt aber auf direktem Weg durch die Hügel nach Cagliari. 

Mit nicht einmal 70 km wäre das ein kurzer Trip, aber es gibt erst Recht null Chancen auf schöne Aussichten.

Variante 3 führt komplett die Küsten entlang, über 30km länger, etwas hügeliger, aber deutlich schöner.

Bei San Priamo musste ich mich entscheiden, und vor dem Hintergrund von 2 Tagen SS125 und Hügeln im Landesinneren und der Aussicht auf 2 weitere Tage ohne Meer, entschloss ich mich für die längere Strecke. Klar wäre die Alternative leichter gewesen, aber wozu wäre ich sonst hier? Außerdem geben auf diesen Reisen die Routen oft nicht viel an Optionen und Entscheidungen her, also ist dieses außergewöhnliche Maß an Kontrolle auch ganz nett.


Zunächst ging es über Feldwege zur Küste, aber nach einer Weile war ich wohl im Einzugsgebiet von Cagliari, die Straßen wurden asphaltiert und die Orte etwas touristischer angehaucht.

Die Straße windete sich an der Küste entlang, es war ein ständiges auf und ab. Ich passierte einige Strände und Aussichtspunkte, an welchen ich öfters kurze Pausen einlegte. An der südöstlichsten Ecke Sardiniens konnte ich die Isola Serpentara und den darauf befindlichen Torre Torre de San Luigi gut erkennen.


Danach wurden die Orte zunehmend touristischer, mit Strandhotels, gut besuchten Fußgängerzonen und Aussichtspunkten, an denen ich nie der einzige war, der Bilder machte.

Zwischendurch war der Wasserverbrauch durch Hügel und Sonne so hoch, dass meine Vorräte etwas knapp wurden, aber ich fand rechtzeitig einen Supermarkt um etwas aufzustocken.

Den Ortsrand von Cagliari erreichte ich gegen 16 Uhr, aber der Weg zu meiner Unterkunft führte mich noch am Poetto entlang (habe leider keine Flamingos gesehen) und dann am Yachthafen vorbei in die Innenstadt, sodass ich gegen 17 Uhr am Ziel war. In dieser letzten Stunde zog auch ein recht kräftiger Wind auf, der vom Meer ins Landesinnere wehte. Heute hat es für mich keinen Unterschied gemacht, aber die gleiche Brise wäre morgen ein guter Rückenwind.

Nach einer kurzen Dusche gab es dann noch ein gut belegtes Panino zum Abendessen. Für weiteres Sightseeing war es an diesem Punkt aber leider schon zu dunkel.

Technisch gesehen geht die Heimreise erst morgen richtig los, bis jetzt bin ich so gesehen in die falsche Richtung gefahren. 

Morgen führt mich der Weg nordwestlich nach Uras, 75km mit wenigen Hügeln, also eine planmäßig weniger anspruchsvolle Strecke als heute.