Ich sah schnell den großen Leuchtturm von Genua, bevor ich mich auf den Weg durch die Stadt machte. Der Hafenbereich ist definitiv nicht für Radfahrer gedacht, die Straßen führten auf die Autobahn und die Fußwege gingen Treppen hoch, letzteres war das geringere Übel.
Der Verkehr in der Stadt war ebenfalls nicht ohne, aber ich konnte mich relativ schnell parallel zum Fluss Polcevera einordnen und dem Tal folgen. Auch wenn ich nach einer Weile aus Genua raus war, fühlte es sich nicht so an, da die Gebäude einfach nie aufhören wollten. San Quirico oder Ponte Decimo fühlten sich nicht nach anderen Orten an.
Irgendwann kamen aber doch Lücken zwischen den Gebäuden und eine schöne, grüne, hügelige Landschaft tat sich auf. Es ging erst leicht, dann aber Ponterosso etwas steiler bergauf, sodass ich doch eine Weile schieben musste.
Viele der Gebäude hier waren richtige Anwesen und Villen, manche jedoch leider halb verfallen. Nach einer Weile schaffte ich es aber zum Zenit, ab da ging es bergab (nicht metaphorisch!).
Nach einer Weile hörten auch die Hügel auf, und ich fand mich in den Ebenen der Lombardei wieder. Es war bereits nachmittag, also konnte ich inzwischen einen Zielort abschätzen. Der spätere Start und ein gewisses Zwicken in meiner linken Wade schränkten meine Reichweite etwas ein, aber der restliche Weg war flach, also entschloss ich mich Mortara anzusteuern.
Das sind etwas über 40km weiter als mein ursprüngliches Ziel, Castelnuovo Scrivia, aber es ist schlauer jetzt die Ebenen für ein paar Bonusmeilen zu nutzen, so habe ich ab übermorgen in den Alpen auch etwas mehr Toleranz.
Der Weg in der Ebene ging durch Äcker und Bauerndörfer, ich sah einige Mähdrescher, aber auch ein paar Tiere wie Störche und eine Nutria.
Supermärkte waren rar, aber in Mortara gab es zum Glück einen Penny, also konnte ich für morgen wieder aufstocken. Ich erreichte meine Unterkunft ziemlich genau um 18 Uhr, was bei über 120 km, einigen Hügeln und einem verspäteten Start gar nicht mal so schlecht ist. Als Stärkung gab es zum Abendessen noch eine Portion Spaghetti Carbonara.
Morgen versuche ich Domodossola anzusteuern, die Distanz ist vergleichbar mit heute, aber das Gelände ist angeblich durchgehend flach. Solange ich mich also heute Nacht gut erhole, sollte ich morgen bereits die Voralpen zu Gesicht bekommen.

