Auf Grund der kürzeren Strecke startete der Tag mit einem kleinen Umweg. Es ging an die Spitze von Arbatax, wo ich mir kurz die Rocce Rosse ansah.
Danach machte ich kehrt, und die Fahrt entlang der Küste ging weiter, der Zielort für heute war Muravera. Als Konsequenz von gestern hielt ich mich etwas weniger an die Empfehlungen von Google Maps, stattdessen fuhr ich auf die SS125 auf und hielt mich erstmal daran. Es war zunächst etwas hügelig, was aber durch mehrere Tunnels (manche knapp 2 km lang) vereinfacht wurde.
Irgendwann wurde die SS125 aber zu einer richtigen Schnellstraße, genannt SS125var, komplett mit "Fahrräder Verboten" Schildern, also musste ich ausweichen. Die parallel verlaufende alte SS125 machte dies jedoch recht einfach.
Gegen Mittag traf ich auf einen anderen Radfahrer auf der Gegenspur, welcher in ein Gespräch mit einem älteren autofahrenden Paar verwickelt war. Sie wollten helfen, da sein Fahrrad klare Beschädigungen aufwies. Er war deutsch, konnte aber kein italienisch, also konnte ich vermitteln. Kurzgefasst, er war seit über 8 Monaten in Europa unterwegs, umrundet gerade Sardinien gegen den Uhrzeigersinn (also genau gegensätzlich zu mir), hatte bei Porto Torres einen Platten und schob seitdem aus einer Laune heraus das Fahrrad um die Insel. Er hatte viel zu erzählen (was ich gegeben der Sprachbarriere irgendwo nachvollziehen kann), aber nach einer guten Stunde quatschen ging es schließlich weiter. Auf Grund der kürzeren Strecke (und eines ziemlich guten Tempos im Vergleich zu den letzten zwei Tagen) lag ich so gut in der Zeit, dass dies kein größeres Problem darstellte.
Was sich jedoch langsam bemerkbar machte, war ein Mangel an Mittagessen. Viele Imbisse und Restaurants haben Montags Ruhetag, und ich hatte dank des Gesprächs auch die Mittagszeit verpasst, also war fast alles bis zum abend geschlossen. Da der Streckenabschnitt aber sehr ländlich war, war die Auswahl praktisch nicht existent, auch was Supermärkte betrifft.
Dementsprechend musste ich mit Müsliriegeln und Wasser durch den Tag, welche in beiden etwas dezimiert waren, als ich gegen 16 Uhr in Muravera ankam.
Nach einer schnellen Dusche ging es also zum Supermarkt, wo ich Sandwiches, Wasser und etwas Süßkram besorgte, ein Teil als nachgeholtes Mittagessen, ein Teil als kleines Frühstück morgen früh.
Später ging es dann noch zum Abendessen in die Stadt, damit meine Batterien bis morgen wieder voll sind. Dies war leider auch etwas aufwändiger, da fast alle Pizzerien Montags Ruhetag hatten, nach etwa suche wurde ich zum Glück aber fündig.
Morgen geht es dann weiter nach Cagliari, den südlichsten Punkt der Reise. Die Strecke wird bezüglich Länge und Hügeligkeit wahrscheinlich ähnlich zu heute, jedoch werde ich wahrscheinlich landinwärts schneiden müssen, da die Küstenstraße (soweit ich das erkennen kann) weiterhin eine Schnellstraße bleibt.
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