Tuesday, September 29, 2026

Tag 5: Kehrtwende

Leftherian Archipelago



Heute ging es nach Cagliari, dem ursprünglich geplanten Startpunkt der Reise. Die Route selbst musste ich tatsächlich etwas umplanen. Zuerst war der Gedanke, weiter auf dem Zweig der SS125 zu bleiben, welche ungefähr dem Küstenverlauf folgt.

Dies ist jedoch die SS125VAR, also eine Schnellstraße, was nicht in Frage kommt. Zusätzlich beinhaltet die Strecke wieder einen längeren Tunnel, was nicht gerade für tolle Panoramas sorgt. 

Die alte SS125 wäre zulässig, führt aber auf direktem Weg durch die Hügel nach Cagliari. 

Mit nicht einmal 70 km wäre das ein kurzer Trip, aber es gibt erst Recht null Chancen auf schöne Aussichten.

Variante 3 führt komplett die Küsten entlang, über 30km länger, etwas hügeliger, aber deutlich schöner.

Bei San Priamo musste ich mich entscheiden, und vor dem Hintergrund von 2 Tagen SS125 und Hügeln im Landesinneren und der Aussicht auf 2 weitere Tage ohne Meer, entschloss ich mich für die längere Strecke. Klar wäre die Alternative leichter gewesen, aber wozu wäre ich sonst hier? Außerdem geben auf diesen Reisen die Routen oft nicht viel an Optionen und Entscheidungen her, also ist dieses außergewöhnliche Maß an Kontrolle auch ganz nett.


Zunächst ging es über Feldwege zur Küste, aber nach einer Weile war ich wohl im Einzugsgebiet von Cagliari, die Straßen wurden asphaltiert und die Orte etwas touristischer angehaucht.

Die Straße windete sich an der Küste entlang, es war ein ständiges auf und ab. Ich passierte einige Strände und Aussichtspunkte, an welchen ich öfters kurze Pausen einlegte. An der südöstlichsten Ecke Sardiniens konnte ich die Isola Serpentara und den darauf befindlichen Torre Torre de San Luigi gut erkennen.


Danach wurden die Orte zunehmend touristischer, mit Strandhotels, gut besuchten Fußgängerzonen und Aussichtspunkten, an denen ich nie der einzige war, der Bilder machte.

Zwischendurch war der Wasserverbrauch durch Hügel und Sonne so hoch, dass meine Vorräte etwas knapp wurden, aber ich fand rechtzeitig einen Supermarkt um etwas aufzustocken.

Den Ortsrand von Cagliari erreichte ich gegen 16 Uhr, aber der Weg zu meiner Unterkunft führte mich noch am Poetto entlang (habe leider keine Flamingos gesehen) und dann am Yachthafen vorbei in die Innenstadt, sodass ich gegen 17 Uhr am Ziel war. In dieser letzten Stunde zog auch ein recht kräftiger Wind auf, der vom Meer ins Landesinnere wehte. Heute hat es für mich keinen Unterschied gemacht, aber die gleiche Brise wäre morgen ein guter Rückenwind.

Nach einer kurzen Dusche gab es dann noch ein gut belegtes Panino zum Abendessen. Für weiteres Sightseeing war es an diesem Punkt aber leider schon zu dunkel.

Technisch gesehen geht die Heimreise erst morgen richtig los, bis jetzt bin ich so gesehen in die falsche Richtung gefahren. 

Morgen führt mich der Weg nordwestlich nach Uras, 75km mit wenigen Hügeln, also eine planmäßig weniger anspruchsvolle Strecke als heute.



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