Wednesday, September 30, 2026

Tag 6: Stadt-/Landflucht

Long Journey Home



Heute begann die ware Heimreise, ab jetzt bewege ich mich stetig zurück nach Hause. Es war eine kürzere Etappe, zunächst ging es aus Cagliari (der Hauptstadt Sardiniens) hinaus ins Inland, zum kleinen Örtchen Uras.

Ich muss gestehen, dass ich heute etwas angeschlagen war, daher kam mir die kurze Etappe sehr recht. Diesmal bestand so oder so auch keine realistische Möglichkeit für extra Umwege. Das Wetter war wie die letzten Tage klar, warm und leicht bewölkt, das Gelände diesmal praktisch durchgehend flach.

Der Start in der Stadt war ziemlich hektisch, durch den Berufsverkehr waren die Straßen ausgesprochen voll. Zudem waren die größten, direktesten Straßen aus der Stadt nicht gerade fahrradfreundlich, also arbeitete ich mich eher im Zickzack-Kurs einen Weg raus.

Ab Sestu wurde es sehr schnell sehr ländlich. Es gab zwei Schnellstraßen, welche grob in die richtige Richtung führten, aber von Fahrradverboten abgesehen machten beide jeweils ziemliche Schlenker nach links oder rechts. Für mich ging es daher gerade mittig durch, was viele Feldwege bedeutete.

Ich erreichte San Sperate, mit seiner alten Kirche, und bemerkte, dass ich recht oft Düsenjets hörte.

Kurze Zeit später wurde mir klar warum: ich befand mich praktisch direkt neben dem Rollfeld des Militärflughafens Decimomannu, und es fand offenbar eine Übung statt. Alle paar Sekunden startete der nächste Jet. Ich konnte ein paar F-35 (schräge doppelte Heckleitwerke) und M-346 (Treibstoffsonde vorne am Cockpit) erkennen. 


Allgemein war recht viel Gewusel am Himmel, aber nach der kurzen Planespotting-Exkursion ging es zügig weiter. Allgemein war die Umgebung von Landwirtschaft geprägt, viele Felder wurden aktiv bebaut, aber für jedes genutzte Feld lagen gefühlt zwei weitere brach. Das gekoppelt mit dem Mangel an Menschen sowie Autos bot einen scharfen Kontrast zum Morgen in Cagliari.


Der Weg führte über Serramanna nach San Gavino Monreale, wo ich kurz einkaufen und eine paar Chicken Wings als kleines Mittagessen zu mir nehmen konnte. 

Es ging weiterhin oft aus Feldwegen voran, oft voll mit spitzen Steinen. Wenn das so weitergeht, muss ich mir langsam Sorgen um meine Reifen machen. Immerhin bot das Castello Monreale in der Ferne einen schönen Anblick. 


Kurz vor Uras schloss die Weg auf die E25 auf. Dies ist ebenfalls eine ausgebaute Schnellstraße, aber es gab kleine Parallelstraßen direkt daneben, die sogar geteert waren, somit ging das letzte Stück schnell vorbei und ich war bereits um halb 4 am Ziel. Ich kann die längere Pause heute ganz gut gebrauchen. Im Ort gab es nur einen Supermarkt, etwas über einen Kilometer entfernt, also nutzte ich die Zeit und machte einen Spaziergang dorthin. Jedoch hatte der Laden Mittwochs grundlegend geschlossen, also gab es das Wasser nur vom 24h Kiosk. Zum Abendessen wollte ich in ein empfohlenes Restaurant gehen, doch auch dort war die Küche (mittwochs) geschlossen. Eine gute Pizzeria hatte jedoch offen, und so kam ich doch noch zu meinem Abendessen. 

Morgen ist das Ziel Bosa, aber erstmal wird Oristano angesteuert. Die E25 läuft gerade wie die Luftlinie darauf zu, aber ich muss mich weiterhin auf die kleinen Nebenstraßen verlassen. Zumindest heute habe ich damit schon gute Erfahrungen gemacht.



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