Thursday, March 7, 2019

Tag 4: Hin und Zurück

Etwas Fantasie

Heute war wohl der Tag mit den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen auf dieser Reise. Aber fangen wir am Anfang an.

Gestern ist es mir gelungen, ein Ticket für Hobbiton zu erlangen. Das ist alles andere als selbstverständlich, da aktuell Saison ist und dementsprechend ist es eigentlich recht ausgebucht. Meine gestrige Unterkunft war heute ebenfalls voll, ergo konnte ich den restlichen Tag nicht dort verbringen, sondern musste später weiterziehen.

Es gab keine öffentlichen Verbindungen von Tirau zum Abholpunkt in Matamata, und Taxis sind ziemlich teuer, doch die Hotelbesitzerin war so freundlich mich für einen sehr kleinen Preis zu fahren und abzuholen.

Die Führung durch Hobbiton war super, alles war eins zu eins wie man es sich aus den Filmen vorgestellt hat. Es gab überraschend viele Schmetterlinge, und eine lokale Katze. Nach einer Rundwanderung mit Erklärungen zum Film gab es zum Schluss noch ein Getränk im Green Dragon. Ich habe in den wenigen Stunden dort deutlich mehr Fotos gemacht als in der gesamten Reise bisher, hier ist eine sehr kleine Auswahl:
















Gegen 12 war ich wieder an der Unterkunft, packte meine Sachen und... aß erstmal ein Eis.


Um halb 1 ging es dann los in Richtung Rotorua. Zwar muss ich eigentlich nach Taupo, und Rotorua stellt einen Umweg da, hierfür gab es aber einen guten Grund.

Die Strecke hinter Tirau war hügelig, nach einer Zeit ging es in einen ausgedehnten Wald. Das Wetter war etwas bewölkter als in den letzten Tagen, aber dafür immerhin windstill.






Nach einiger Zeit ging es dann kontinuierlich bergauf. Zwischenzeitlich flachte es zwar ab, aber bergab ging es nicht. Teilweise sah ich große, vertikale Felsen auf kleinen Hügelchen.



Irgendwann war aber der Gipfel überschritten, und es ging bis Rotorua nur noch bergab. Im Ort selbst riecht es teilweise recht schwefelig, ein Anzeichen für die vulkanische Aktivität in dieser Gegend. Ich erreichte mein Hotel ohne größere Probleme, und nach einem leckeren Abendessen plus Trip zum Supermarkt hätte der Tag eigentlich vorbei sein sollen.

Erstmal ein wenig Kontext: Ich hatte auch in Rotorua eine Aktivität gebucht. Genauer gesagt sollte es morgen mit dem Bus für eine Tagestour nach Waitomo gehen. Dementsprechend habe ich in Rotorua acuh zwei Nächte gebucht. Es scheint aber wohl so als hätte ich mein ganzes Glück mit der Fahrt nach Hobbiton verbraucht, den heute abend erreichte mich die Nachricht, dass meine Tour gecancelt sei. Für Rückfragen war es zu spät, erst ab morgen 6:30 ist wieder jemand erreichbar. Somit bleibt mir nichts anderes übrig als zu die Daumen zu drücken, dass sich da noch etwas retten lässt, ansonsten würde ich morgen nach Taupo weiterziehen, und hoffen dass ich für die doppelten Übernachtungskosten entschädigt werde.






Alter, schon meine 5000-Watt Bassmachine gehört?

Wednesday, March 6, 2019

Tag 3: Weiter am Waikato

 Feels like Summer

Heute war ein ziemlich guter Tag. Die Fahrt von gestern schien mich zum Glück nicht komplett mitgenommen zu haben, und ich konnte fit und erholt losfahren. Zum Start in Huntly war es recht neblig, was sich aber im Laufe des Tages aufklären sollte. Somit startete ich mit Weste und Armlingen in den Tag, die Beschichtungen funktionierten glücklicherweise und ich blieb trocken. Der Weg aus Huntly folgte zunächst weiter dem Waikato, danach ging es aber wieder kurz durch Hügel und Farmland.




Bei Hamilton begann dankbarerweise ein gut augebauter Radweg am Fluss entlang. Inzwischen klärte der Nebel langsam auf, und so konnte ich den Park am Fluss (und die Villen auf beiden Ufern) auf mich wirken lassen. Es war windstill und die Strecke war eben, sodass ich ziemlich zügig voran kam. Ich konnte den Weg mir Bauarbeiten leider nicht komplett zu Ende fahren, und musste somit in Innenstadt Hamiltons abbiegen. Hier organisierte ich mir ein schnelles Mittagessen, und erledigte ein paar weitere liegengebliebene Besorgungen.







Hinter Hamilton wurde es zwar wieder hügelig, aber inzwischen war ich meinem Tagesziel, Tirau, schon so nahe dass das auch keine Rolle mehr spielte. Leider war die Straße ab hier stärer ausgebaut, so dass der offizielle Radweg über den Seitenstreifen lief. Aber das hatte nicht nur Nachteile, denn eine Konsequenz war, dass ich am Straßenrand ein Portemonnaie fand. Kurze Zeit später gelang es mir, einen Streifenwagen heranzuwinken, und da in der Brieftasche noch Dokumente mit Namen waren, wird der Besitzer wohl schnell ausfindig zu machen sein. Gute Tat des Tages erledigt. Ich kam gegen halb fünf in meiner Unterkunft an, und hatte somit noch genug Zeit um mich um ein paar organisatorische Punkte in den nächsten Tagen zu kümmern. Ich geh aber noch nicht so sehr ins Detail, bevor am Ende irgendwas doch nicht ganz läuft wie geplant.











Further down the river

Tuesday, March 5, 2019

Tag 2: Stadt, Auenland, Fluss

Eine neue Welt

Heute war ein relativ langer Tag. Es ging recht früh, gegen kurz vor acht, im Zentrum von Auckland los, von wo ich mich langsam aber sicher in den Süden der Stadt vorkämpfte. Kleine Anpassungen an meinem Fahrrad sowie eine gefühlte Million Ampeln haben den Ablauf aber leider ein wenig verzögert. Ich bin aber positiv überrascht wie gut es mit dem Linksverkehr klappt, Japan war wohl auch in dieser Hinsicht einprägsam.





Zur mittagszeit hin war ich aus den ausgedenten Vorstädten Aucklands raus, und es stellte sich kurz die Frage, welche Route nach Hamilton eingeschlagen werden sollte. Zur Wahl standen ein Highway, welcher für 120 km direkt ans Ziel führte, aber sicher nicht besondes schön bezüglich der Landschaft sein würde, oder einer Route durchs Land, die über 30 km auf die Gesamtzahl schlägt. Da auf dem Highway Radverbot war, fiel die Wahl per default an letzteres.





Der Weg war hübsch, führte aber durch eine recht hügelige Landschaft, was in Verbindung mit konstantem Gegenwind meine Geschwindigkeit stark reduzierte. Somit war absehbar, das Hamilton als Ziel nicht besonders realistisch war. Die Hüge selbst erinnern stark an das Auenland aus Herr der Ringe, was nicht verwunderlich ist, da ich mich ziemlich direkt auf Hobbiton zubewege. Bloß ist das Gras auf den Hügeln momentan etwas trockener und gelber als in den Filmen. Zwischenzeitlich wurde ich von einem Lastwagen, welcher bis oben mit Zwiebeln beladen war, überholt. Diese waren aber nicht abgedeckt, was dazu führte, dass ich für den Rest des Tages einer Spur aus Zwiebeln bis zu meinem Ziel folgen konnte.




Das Gelände war allgemein sehr landwirtschaftlich geprägt, Felder, Kuh- und Schafweiden so weit das Auge reicht. Die wenigen Ortschaften auf dem weg waren winzig klein, und weit auseinander. Inzwischen wurde ich immer hungriger langsam knapp, und da die Ortschaften keine Supermärkte oder Schnellrestaurants hatten, gingen meine Vorräte langsam aber sicher zur Neige. Irgendwie vermisse ich die omnipräsenten Getränkemaschinen aus Japan. Im laufe des Tages sahen die Kühe und Schafe irgendwie immer appetitlicher aus, ich konnte mich aber noch zurückhalten.


Später erreichte ich noch den Waikato River, welchem ich bis zu meinem Ziel, Huntly, folgen konnte. Hier gab es auch was zu Essen (einen Cheeseburger, eine Cola, und natürlich Fish & Chips), daraufhin ging es zum Hotel, wo ich ebenfalls um kurz vor 8 ankam. Die Distamz für heute waren 115 km, zurückgelegt in ziemlich genau 12 Stunden. Nicht gerade Topform, aber gegeben der langen Liste an Handicaps für heute war es ein sehr solider erster Tag.


Morgen geht es dann hoffentlich weiter in Richtung Tirau, was mit 90 km sehr machbar sein sollte (solange mich die heutige Etappe nicht zu sehr mitgenommen hat).





Back on the Path 

Monday, March 4, 2019

Tag 1: Bis ans andere Ende der Welt

Ein langsamer Start

Heute bin ich (nach über 26 Stunden Reisezeit) endlich in Neuseeland angekommen. Die Flüge waren dankenswerterweise recht ereignislos, der Umstieg in Dubai sowie die Einreise an sich machten keine Probleme, auch das Gepäck war zum Glück noch vollständig.



Ich war kurz nach mittag aus dem Flughafen, und fuhr per Taxi zum Hotel, wo ich mein Fahrrad ohne größere Schwierigkeiten zusammenbauen konnte. Das Wetter ist angenehm warm, leicht bewölkt mit einer ordentlichen Brise. Danach ging es zum Einkaufen ins Stadtzentrum, ich musste dringend meinen Kulturbeute auffüllen sowie Vorräte für die Reise besorgen. Hierbei hab ich ewas ineressantes festgestellt: Es gibt hier keine 1 Liter oder 0,5 Liter Flaschen. Das metrische System wird verwendet, aber es geht bei 600 Mililitern los und springt dann auf 1,25. Davon abgesehen ist die Stadt sehr international aufgestellt, allein im Supermarkt hab ich 5 verschiedene Sprachen erkannt. Es sind aber nicht nur Backpacker und Touristen, viele der Geschäfte hier sind selbst komplett japanisch, zum Beispiel. Mit gepackten Taschen musste ich mich aber im Hotel kurz hinlegen, der Jetlag forderte seinen Tribut.




Am frühen Abend bin ich aber nochmal in die Stadt gegangen, um mir etwas zu essen zu besorgen. Die Wahl fiel dabei auf eine traditionelle lokale Speise: Fish & Chips. Der Laden den ich mir rausgeschaut habe (The Brewers Co-Operative) hatte sogar mehrere Fänge des Tages zur Auswahl, ich entschied mich für Snapper, mit einem japanischen Bier dazu.


Einen Block nebenan befand sich der Auckland Sky Tower, und ich entschied mich noch spontan dort hochzugehen. Auch wenn es nicht ganz so hoch war wie der Skytree in Tokio, war die Aussicht doch ziemlich spektakulär, vor allem da man in auf zwei verschiedenen Seiten des Turmes aufs Meer hinaus schauen konnte.









Jetzt bin ich wieder im Hotel und ziemlich kaputt. Die Ausrüstung für morgen liegt bereit, es geht in Richtung Hamilton. Idealerweise auch gerne bis nach Hamilton, aber laut Google muss ich statt der direkten Route einen ziemlichen Umweg fahren, ich werde wahrscheinlich noch etwas länger am Jetlag zu knabbern haben und es wird wohl Gegenwind geben, dementsprechend könnte es eng werden. Andererseits ist das Wetter momentan warm und mild, und die Landschaft nur leicht hügelig, was wiederum gute Bedingungen für eine längere Strecke wären. Schauen wir einfach mal wie es läuft.



Vorbereitungen abgeschlossen!

Saturday, March 2, 2019

Tag 0: Prolog

Vorbereitungen

Seit der letzten Tour sind schon wieder zwei Jahre vergangen, es wird also allerhöchste Zeit wieder raus in die Welt zu fahren. Diesmal geht es durch Neuseeland, buchstäblich am anderen Ende der Welt.


Startpunkt ist Auckland, von dort geht es in Richtung Süden durch die (passend benannte) Nordinsel, bis nach Wellington, danach dann and der Südküste der Südinsel bis nach Invercargill im südlichsten Süden. Ab dort kommt es zu einem radikalen Wechsel, und es geht nach Norden, durch die Berge bis Queenstown.

Die Tour ist diesmal mit knapp 1900 km ein gutes Stück kürzer als die Reise durch Japan, somit sollte es die vergleichbare Reisezeit von 30 Tagen zulassen, hin und wieder einen Tag Pause einzulegen und anderen Aktivitäten nachzugehen, wie zum Beispiel dem Tongariro Crossing. Welche Umwege ich fahe und was am Ende alles unternommen wird hängt aber letztendlich von meiner jeweiligen Verfassung sowie dem Wetter ab. Das wiederum sollte diesmal aber kooperativer sein, da es in Neuseeland gerade Spätsommer ist (ich sollte häufiger in die südliche Hemisphäre).

Ansonsten sind die Vorbereitungen soweit fast abgeschlossen, das Fahrrad wurde mal wieder kernsaniert und reisefertig gemacht, die Taschen sind gepackt, und während ich hier herumtippe lädt die Elektronik vor sich hin. Diesmal habe ich wieder die GoPro im Gepäck, solange die Technik mitspielt wird es also wieder tägliche Videos geben.





In ein paar Stunden geht es los in Richtung Flieger, hoffen wir mal das ich nichts vergessen habe. Danach trennen mich noch 26 Stunden Flug und 12 Stunden Zeitverschiebung von Auckland.

Well then, let's begin!



I'm going outside!